10. Apr 2015

Wohnung räuchern

Teil 8 der Sensatonics Schamanismus-Serie

 

Das Verglimmen aromatischer Kräuter, Harze und Hölzer geht auf archaische Traditionen zurück, die ihre Anfänge vermutlich mit der Entdeckung des Feuers fanden.


Durch das Räuchern sollen negative Energien gebannt und hilfreiche Kräfte eingeladen werden - sei es zur Reinigung der Atmosphäre, zur Verringerung der Ansteckungsgefahr bei Krankheiten, der Harmonisierung von Kommunikation und Miteinander in viel frequentierten Räumen, zur Weihung von Gebäuden uvm. Laut Susanne Fischer-Rizzi in "Das grosse Buch vom Räuchern" gehörten Räucherungen noch bis ins Mittelalter zur täglichen Raum- und Körperpflege.

"Der Wohlgeruch galt als paradiesische Prise, der Gestank verkündete die Anwesenheit des Teufels"
Christian Rätsch: Räucherstoffe - der Atem des Drachen, AT Verlag 2006, S. 6

Interessanter Weise lassen angeblich auch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse darauf schliessen, dass beim Verbrennen von Kräutern negative Ionen freigesetzt werden, die mit positiven emotionalen Stimmungen assoziiert werden. Abgesehen davon wird dem Geruchssinn in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung zugemessen, nicht zuletzt durch die - v.a. in Frankreich und Grossbritannien - steigende Anerkennung der Aromatherapie als wirksame Unterstützung der Schulmedizin. Auch das rituelle Räuchern erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance, die u.a. mit der Rückbesinnung auf ursprüngliche Werte und einer erneuten stärkeren Verbundenheit mit dem Planeten Erde einher geht.

 

Je nach Tradition werden beim Räuchern verschiedene Aspekte verstärkt beachtet: so spielen in der indianischen Tradition z.B. die Himmelsrichtungen und die ihnen jeweils zugeordneten Elemente und Substanzen eine stärkere Rolle. Im Feng Shui sollen die 5 Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) in Einklang gebracht und das Chi zum Fliessen gebracht werden.

 

Im Folgenden möchte ich die Grundlagen einer Räucherung von Wohn- oder Arbeitsräumen beispielhaft vorstellen - ohne dabei konkret auf einzelne Traditionen oder Anwendungsbereiche einzugehen. Dieses Prinzip kann selbstverständlich nach individuellen oder traditionellen Vorstellungen abgewandelt und erweitert werden.

 

Vorüberlegungen vor dem Räuchern

Im ersten Schritt sollte geklärt werden, was Du mit der Räucherung eigentlich erreichen möchtest: geht es bspw. um die Reinigung oder Klärung der Atmosphäre, um das Bannen negativer Energien, um die Desinfektion der Raumluft bei Krankheiten, soll die Kommunikation in viel frequentierten Räumen verbessert werden oder ein harmonischer Einfluss auf die Gemeinschaft erzielt werden etc.?

 

Je nach Einsatzzweck können dann die jeweils passenden Kräuter, Mischungen oder Harze gewählt werden. Christian Rätsch empfiehlt generell Kreativität im Umgang mit Räucherstoffen - und rät zur Beschäftigung mit der Botanik, Chemie und Pharmakologie der Räucherstoffe. In seinem Buch "Der Atem des Drachen" geht Christian Rätsch intensiv auf verschiedene Räucherstoffe, deren Ethnobotanik und Wirkungen ein.

 

Benötigte Materialien zum Räuchern

  • Räuchergefäß: feuerfeste, am Besten mit Sand oder Asche gefüllte Schale oder Muschel
  • Räucherkohle (die japanische Miyako Sumi ist besonders geruchsarm)
  • Falls Du ein Räucherstövchen verwendest, ist weder Sand noch Räucherkohle erforderlich, sondern ein Teelicht
  • Räucherwerk: gut durchgetrocknete Kräuter, Hölzer und Harze - z.B. Salbei, Steppenbeifuss, Lavendel, Thymian, Wacholder, Weihrauch, Myrrhe, Copal, Palo Santo, ... - je nach Indikation
  • Mörser zum Zermahlen der Kräuter
  • Messer zum Zerkleinern der Hölzer und Harze
  • Fächer, Feder oder ein Stück Pappe zum Fächeln
  • Streichhölzer oder Feuerzeug
  • Ggf. Musik oder akustische Verstärkung durch Trommeln, Rasseln, Pfeifen, Klatschen, Gesänge etc.

 

Ablauf der Räucherung

  1. Alle benötigten Materialien bereitlegen
  2. Gewählte Kräuter im Mörser fein zerreiben, Harze und Hölzer zerkleinern
  3. Sicher stellen, dass keine leicht entzündlichen Gegenstände in der Nähe sind, da später beim Befächeln der Glut leicht Funken überspringen können
  4. Räucherkohle aufrecht in das mit Sand gefüllte Räuchergefäss stellen und anzünden. Anschliessend die Kohle flach in den Sand legen und leicht anfächeln, bis sie komplett durchgeglüht ist.
  5. Anschliessend kann das zermahlene/zerkleinerte Räucherwerk vorsichtig dosiert (messerspitzenweise) auf die Räucherkohle gegeben werden, um die Glut nicht zu ersticken. Immer wieder etwas anfächeln und auf die richtige Dosierung achten, da manche Kräuter und besonders Harze schon in geringen Mengen viel Rauch entwickeln können.
  6. Nun folgt das eigentliche Räuchern der Wohnung: Du schreitest mit der Räucherschale in den Händen gegen den Uhrzeigersinn (Beschwören) oder mit dem Uhrzeigersinn (Bannen) durch die Räume und fächelst den Rauch in alle Ecken und Winkel. Es heisst, dass sich hartnäckige Geister besonders gerne in dunklen Ecken verstecken. Laute Geräusche (Trommeln, Klatschen, Pfeifen etc.) können hilfreich sein, um solche festsitzenden Energien los zu rütteln. Konzentriere Dich während der Räucherung möglichst intensiv auf Dein Ziel - also was Du bannen oder beschwören willst. Du kannst so lange Räuchern, bis der Rauch in der Luft "steht".
  7. Zum Abschluss der Räucherungs-Runde alle Fenster offnen und gründlich durchlüften. Du kannst Dir dabei vorstellen, wie die durch das Räuchern aufgescheuchten und gebundenen Energien zusammen mit dem Rauch abziehen und hilfreiche, neue Kräfte mit der frischen Luft Einzug halten.
  8. Bei Bedarf lassen sich weitere Räucherrunden anschliessen - je nach Tradition oder Deinem Gefühl. Oft wird in der 1. Runde gebannt und in den folgenden Runden beschworen. Aber sei einfach offen für die jeweiligen Gegebenheiten, Deine Gefühle und Intuition. Am Ende wird jeweils gründlich gelüftet.
  9. Am Ende des Räuchervorgangs sollte die Glut aus dem Gefäß genommen und mit Wasser gelöscht werden: die Räucherkohle kann sonst bis zu 2 h weiter glühen und darf - wie bei jeder Anwendung von offenem Feuer oder Glut - nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Du findest das benötigte Zubehör für Räucherungen und Räucherwerk natürlich auch im Sensatonics-Shop.

 

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veröffentlicht am 10.04.2015 von fairmarketing, aktualisiert am 02.09.2015 • bookmark in del.icio.us

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