15. Dec 2014

Was ist ein Schamane?

Teil 2 der Sensatonics Schamanismus-Serie

Ein Schamane ist ein Mann oder eine Frau, der/ die – willentlich – in einen anderen Bewusstseinszustand eintritt, um mit einer normalerweise verborgenen Wirklichkeit in Berührung zu kommen und sie auszuwerten, um Wissen, Kraft und Hilfe für andere zu erhalten

Michael Harner, der Weg des Schamanen, Ansata 1980, S. 53

 

Der Begriff „Schamane“ wurde – wie im letzten Artikel zum Thema Schamanismus beschrieben – v.a. von AnthropologInnen und ReligionswissenschaftlerInnen als Klassifizierung geprägt.

 

Echte Schamaninnen und Schamanen bezeichnen sich selbst eher selten als solche: einerseits wird diese Bezeichnung als eine Art Titel empfunden, der von zufriedenen Geheilten verliehen werden kann. Andererseits ist die Bezeichnung Schamane in vielen Kulturen nicht gebräuchlich. Hier werden die sog. Schamanen eher als Heiler/in, Medizinmann oder -frau, als Curandero, Ayahuasquero, Vegetalista oder mit anderen speziellen Begriffen der jeweiligen Sprache bezeichnet: so stehen bswp. Pampamisayuk, Paqo und Altumisyuk bei den Q"ero in Peru für exakt spezifizierte Tätigkeitsbereiche aus Heilkunst, Religion und Wissen.

 

Was aber IST denn nun ein Schamane (oder eine Schamanin)?

In den meisten Kulturen sind es also Männer und Frauen, die Kontakt zur Geisterwelt herstellen können und so mit den Geistern kommunizieren. Sie können die Geister um Rat fragen, um Schutz oder Hilfe bitten, sie beschwichtigen falls sie aufgebracht sind - und natürlich von ihnen lernen.

 

Die Kultur der Conibo im peruanischen Amazonasgebiet basiert sehr stark auf diesem Kontakt zu Geisterwelt: die Schamanen haben nach eigener Aussage ihr umfangreiches Pflanzenwissen um die komplexe Herstellung von Giften und Heilmitteln während der schamanischen Trance in der Geisterwelt erfahren.

 

Die Schamanen der verschiedenen Kulturen tun ihre Arbeit dabei unentgeltlich und in Teilzeit. Hauptberuflich nehmen sie gleichberechtigt am ganz alltäglichen Leben der Gemeinschaft teil. Sicherlich werden sie aufgrund ihrer speziellen Arbeit und ihres Wissens respektiert und geschätzt, vielleicht sogar ein wenig gefürchtet. Sie sind jedoch keineswegs eine politische Institution, da sie sich ihrer Macht und der daraus resultierenden Gratwanderung besonders bewusst sind.

 

Um Kontakt mit der Geisterwelt herstellen zu können, ist es allerdings erforderlich in Trance zu fallen. Welcher Mittel und Methoden sich die SchamanInnen der Welt bedienen, um in eine solche Trance zu fallen und Kontakt mit der Geisterwelt aufzunehmen, erfahrt Ihr in der nächsten Folge.

Literatur:

 

Mehr aus der Sensatonics Schamanismus-Serie

 

veröffentlicht am 15.12.2014 von fairmarketing, aktualisiert am 02.09.2015 • bookmark in del.icio.us

1 Kommentar(e):

15. Dec 2014, 18:36:49 von Joerg Happe
Vielen Dank für die treffende Beschreibung Connie. Besonders wichtig finde ich deine Ausführung, dass sich die SchamanInnen selbst nicht unbedingt so bezeichnen. Es bedarf oft Jahre bis Jahrzehnte an Ausbildung, bis sich AnwärterInnen als SchamanInnen sehen können. Daher Vorsicht vor dem inflationären Gebrauch des "Titels" Shamane! Und Augen auf bei der Suche nach der echten schamanischen Erfahrung!
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