01. Oct 2015

Urban Shamanism

Teil 12 der Sensatonics Schamanismus-Serie

 

Es gibt einen Trend zum Ausstieg aus dem globalisierten Wirtschaftssystem, der sich teils auch in schamanisch interessierten Kreisen zeigt: Schamanismus wird nach wie vor gerne mit Naturverbundenheit, Rückzug vom Konsum, mit Autonomie und Selbstversorgung assoziiert.


Dieses "Zurück zu den Wurzeln" hat selbstverständlich seine vollste Berechtigung. Und wir können vieles von traditionellen schamanischen Kulturen und Gesellschaften lernen.

 

Der zunehmende Tourismus droht jedoch die traditionellen Zusammenhänge zu zerstören. Insofern sind Mittel und Methoden, die sich einfach hier und jetzt anwenden lassen, sicherlich einen Gedanken wert.

 

Schamanismus in modernen Metropolen

Spannend sind z.B. schamanische Ansätze, die sich ganz bewusst der Ausübung in Metropolen widmen und versuchen das harmonische Zusammenleben im "globalen Dorf" zu fördern. Solche Ansätze beschreiben traditionelle schamanische Techniken, die sich unkompliziert im urbanen Umfeld anwenden lassen - seien es Massagen, Pflanzenwissen, die Kraft von Träumen und Gedanken, Meditationstechniken, Zeremonien oder Rituale ...

 

Urban shamanism vs. traditioneller Schamanismus

Die Begrifflichkeit des urban shamanism unterscheidet ​​den traditionellen Schamanismus indigener Gesellschaften von modernen schamanischen Praktiken, die nicht den indigenen Traditionen entstammen, sondern Adaptionen schamanischer Praktiken sind - ohne Anspruch auf Authentizität zu erheben. Ziel des urban shamanism ist u.a., auch in industrialisierten Zonen unkompliziert ausgeübt werden zu können und in urbanen Zusammenhängen zu funktionieren.

"Urban shamanism is a broader approach, rediscovering the roots of tribal mind for modern people and putting ancient patterns to use in new forms. Urban shamans reinvent spirit healing for ourselves. All of us have ancestral links to shamanic cultures if we go back far enough, because all societies have origins in tribalism. There are no rules and no end to learning and creativity, as we reawaken our indigenous minds and recreate spirit healing in new ways."

 

Entstehung des urbanen Schamanismus

Die Idee des urbanen Schamanismus geht u.a. auf den hawaianischen Schamanen Serge Kahulu King zurück, der auf Hawai eine traditionelle schamanische Ausbildung genoss, die Lehre jedoch an die Bedürfnisse von StadtbewohnerInnen und die spezifischen Herausforderungen urbaner Umgebungen anpasste.

 

In der Definition des Schamanismus folgt Serge Kahulu King den Erkenntnissen Mircea Eliades (siehe auch Folge 2 der Schamanismus-Serie: Was ist ein Schamane?): für King sind Schamanen v.a. Heiler von Beziehungen:

"zwischen Geist und Körper, zwischen Menschen, zwischen Menschen und ihren Lebensumständen, zwischen Mensch und Natur sowie zwischen Materie und Geist."
Serge Kahulu King: Der Stadtschamane, eBook Lüchow Verlag 2001, Pos. 58

Trotz dieser generellen Übereinstimmungen bildet der auf Hawai praktizierte Schamanismus eine eigene Form, die sich von den schamanischen Praktiken anderer Weltregionen durchaus unterscheidet. King folgt dem Weg des hawaianischen Abenteurer-Schamanen - also dem harmonisierenden und heilenden Pfad - im Gegensatz z.B. zu Castanedas Krieger-Schamanentum.

 

Ziele von urban shamanism

Eines der Ziele von Urban Shamanism nach der Beschreibung von Serge Kahulu King ist es, Harmonisierung und Heilung ohne große Vorbereitungen oder Hilfsmittel, zeit- und ortsunabhängig zu ermöglichen. Die Methoden des Urban Shamanism lassen sich nicht nur in der Abgeschiedenheit der Natur durchführen, sondern sich ohne viel Aufwand im urbanen Alltag integrieren - wo Stressabbau, das Lösen von Ängsten, Wut und Aggression besonders hilfreich sein können.

 

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veröffentlicht am 12.08.2015 von fairmarketing, aktualisiert am 21.12.2015 • bookmark in del.icio.us

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