04. Mar 2015

Tabak in der schamanischen Praxis

Teil 5 der Sensatonics Schamanismus-Serie

 

Beim Gedanken an Tabak fällt vielen zunächst das Rauchen von Zigaretten ein; gleichzeitig versuchen immer mehr RaucherInnen ihre Sucht aufzugeben. Diese Sucht kommt jedoch nicht von ungefähr: Nikotin ist dem körpereigenen Neurotransmitter Acetylcholin verwandt, der u.a. die Konzentrations- und Lernfähigkeit verbessert.


"Die bestehende Acetylcholin-Wirkung wird gewissermaßen durch Nikotin potenziert. Für die neurophysiologische Forschung spielt der acetylcholin-simulierende Effekt des Nikotins eine solch wichtige experimentelle Rolle, dass man die entsprechende Acetylcholin- Rezeptor-Interaktion im vegetativen Nervensystem »nikotinartig« nennt."
Josef Zehentbauer: Körpereigene Drogen. Artemis & Winkler, München 1993, S. 58

So verwundert es nicht, dass die Droge Tabak schon seit sehr langer Zeit Verwendung findet. Die ältesten bekannten Darstellungen stammen aus dem 5./6. Jahrhundert v. Chr. und zeigen rauchende Maya-Priester. Auch in ägyptischen Mumien wurde Nikotin nachgewiesen, hier ist jedoch unklar, ob das Nikotin nicht aus anderen Quellen stammt.

Einer wichtigsten Unterschiede zwischen der rituellen Verwendung und der modernen Nikotinsucht dürfte jedoch der gezielte Einsatz des Tabaks als Schutz- und Heilmittel sein.

 

Schamanischer Einsatz von Tabak

Für Schamanen stellt Tabak ein äußerst potentes Schutz- und Heilmittel dar. Besonders in Südamerika gilt er als "magischer Schild", der sowohl auf körperlicher, als auch auf spiritueller Ebene behütet - sei es vor Moskitos, unfreundlichen Geistern oder Krankheitserregern.

"Für die südamerikanischen Schamanen war und ist Tabak ein mächtiger Pflanzengeist, der initiiert, die Grenzen zur Anderswelt überwinden lässt. Er gilt als starker Verbündeter im Kampf gegen Krankheitsdämonen und bietet Schutz vor Übergriffen aus der Dämonenwelt."

Im schamanischen Gebrauch wird der Tabak z.B. verräuchert, geraucht, geschnupft, geleckt oder getrunken. Erfahrene Schamanen der nördlichen Amazonasgebiete trinken u.a. den Saft von Tabakblättern als Quelle für Visionen.

Der von Schamanen verwendete Tabak entstammt meist der Sorte Nicotina tabacum oder rustica. Diese als Mapacho gehandelten Tabakbündel enthalten oft eine bis zu 9-fache Menge an Nikotin im Vergleich zu den bei uns erhältlichen Rauchtabaken.

 

Tabak und Ayahuasca

Ayahuasca-Rituale ohne Tabak sind laut Christian Rätsch schlicht nicht vorstellbar. Ebenso wie Coca zählt Tabak bei den Shipibo-Schamanen zu den Lehrer- oder Meisterpflanzen, die auch als Geistwesen (yoshinbo) wahrgenommen werden.
"Es heisst, der Tabakgeist verstärke die Ayahuasca-Wirkung, beschütze den Trinker und reinige den Ort."

Beim Ayahuasca Ritual wird der psychoaktive Trank mit Tabakrauch geweiht und anschliessend die Teilnehmer der Zeremonie vom Schamanen mit Tabakrauch angeblasen, um die Trennung zwischen den Welten durchgängig zu machen und negative Energien aufzuheben.

 

Weitere Quellen zum Thema Tabak:

  • http://en.wikipedia.org/wiki/Nicotiana_rustica
  • http://entheology.com/plants/nicotiana-rustica-mapucho/
  • http://www.christian-raetsch.de/Artikel/Artikel/Ayahuasca.html

 

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veröffentlicht am 04.03.2015 von fairmarketing, aktualisiert am 02.09.2015 • bookmark in del.icio.us

1 Kommentar(e):

09. Mar 2015, 18:37:15 von Alvaro
E Tabaco es una de las plantas mas antiguas del Planeta, sobre todo en la culturas prehispanicas, Caral Supe, Lima Peru , 3,600 A.- C. E Tabaco es la primera Medicna en el tratamiento de males en nuestro territorio Amazonico......
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