25. Mar 2015

Schamanische Rhythmus-Instrumente

Teil 7 der Sensatonics Schamanismus-Serie

 

Genau wie Gerüche und die Aromen von Räucherpflanzen oder -Harzen spielen Geräusche während des schamanischen Rituals eine entscheidende Rolle.


Mit Pfeifen, Summen, Gesängen, Trommeln, Flöten, Pfeifen, Rasseln oder Fächern wie der Chakapa kann der Schamane sich und die Teilnehmer des Rituals in Trance versetzen und die Erfahrung während des Trancezustandes strukturieren.

 

Schamanentrommeln

So viele verschiedene Arten von Trommeln es auch gibt, bei den Schamanen aller Weltreligionen ist die sogenannte Rahmentrommel wohl die am Stärksten verbreitete. Sie zählt auch zu den ältesten bekannten Trommeln und besteht aus einem - meist einseitig - mit Fell oder Leder bespannten Rahmen, der mit der Hand oder einem Schlägel geschlagen wird.

Trommeln sind grundlegende Hilfsmittel, um in den schamanischen Bewussteinszustand einzutreten. Viele Schamanen benutzen keine psychoaktiven Pflanzen, sondern versetzen sich und andere allein durch den Rhythmus der Trommel in Trance.

"Auch monotones Trommeln mit einer Frequenz von vier bis sieben Schlägen pro Sekunde ist ein wirksamer Zugang zur anderen Realität. Dieser »Schallantrieb« hat in etwa dieselbe Frequenz wie die Theta-Wellen des Gehirns, und seine Effektivität ist wahrscheinlich teilweise einer Stimulierung des Gehirns in diesem Frequenzbereich zuzuschreiben."
Michael Harner: Der Weg des Schamanen, Ansata, München 2011, S. 12

Erfahrene Schamanen sind manchmal bereits so konditioniert, dass der Trommelrhythmus als Signal wahrgenommen wird, das den Trancezustand auslöst. Um nicht durch das Abbrechen des Trommelrhythmus wieder in die Realwelt zurück zu kehren, benötigt der Schamane einen Helfer, der das Trommeln spätestens dann übernimmt, wenn er selbst in Trance fällt.

 

Maracas - Samen-Rasseln

In Verbindung mit dem hypnotischen Klang der Trommel werden auch gerne Rasseln eingesetzt, die die höheren Frequenzbereiche abdecken. Rasseln - wie auch Trommeln - können auch schamanische Gesänge begleiten und den TeilnehmerInnen helfen, einen tranceartigen Bewusstseinszustand zu erreichen. Verbreitet sind in diesem Zusammenhang Samen-Rasseln oder Maracas.

In manchen Regionen werden Rasseln als Stimme der Geister betrachtet. In anderen dienen sie als Verlängerung des Armes - und damit der Kraft - des Schamanen, die seine Trance unterstützen. Welche Bedeutung ihnen auch jeweils konkret zugesprochen werden - Rasseln gehören zu den wichtigsten Werkzeugen des Schamanen.

Die Maracas der amazonischen Ayahuasqueros bestehen aus einer ausgehöhlten und mit Samen befüllten Kalebasse mit hölzernem Griff, der zuweilen aus der Banisteriopsis-Liane gefertigt wird. Sowohl Griff als auch Kalebasse werden oft aufwändig mit Mustern und Schnitzereien verziert. Die Ornamente repräsentieren dabei z.B. die Kraft von Schlange und Jaguar, das Männliche und das Weibliche und den Eintritt in die Unterwelt. Rasseln werden jedoch nicht nur als Rhythmusinstrument eingesetzt, sondern dienen auch dem Vertreiben schädlicher Geister oder als Hilfsmittel bei Heilungen.

 

Chakapa - der Wind des Waldes

Eine Sonderform der Rassel ist die aus den Blättern der Palmenart Pariana stenolemma tutin gebundene Chakapa. Sie erzeugt beim Schütteln intensiv erfahrbare atmosphärischen Geräusche, ein magisches Rauschen, das an Wind in den Bäumen oder an den Flügelschlag auffliegender Vögel erinnert. Diese Geräusche gaben der Chakapa den Beinamen "Wind des Waldes".

Der Begriff Chakapa entstammt der - in den südlichen Anden-Regionen seit Vor-Inka-Zeiten (v.a. in Peru) verbreiteten - Quichua-Sprache und steht für Rasseln aus Blättern. Diese Rasseln sind unter verschiedenen Schreibweisen (Chakapa, Chacapa, Shakapa) und Namen bekannt: manchmal werden sie auch als Huira Sacha bezeichnet - gebildet aus den Quichua Worten für Luft oder Wind (huaira) und Dschungel (sacha)*.

Die Chakapa im Ayahuasca-Ritual

Chakapa-Fächer dienen den Ayahuasqueros sowohl als Fächer für Räucherstoffe, wie auch als Rhythmus-Instrument und zur energetischen Heilung.

Während die Wirkung des Ayahuasca langsam einzusetzen beginnt, singt der Schamane Icaros (heilende Lieder), summt, pfeift oder spielt auf anderen Instrumenten. Jeder Schamane hat sein eigenes Repertoire an Instrumenten und Gesängen, die im Ritual dem Lenken der Erfahrung und der Heilung dienen.

Manche Schamanen schwingen dabei die Chakapa, andere verwenden Maracas, um die Ayahuasca-Erfahrung rhythmisch zu intensivieren und den Energiefluss zu leiten. Der beruhigende und stimulierende Klang der Chakapa kann die Teilnehmer z.B. bei Heilungszeremonien entspannen, die Aura reinigen und unerwünschte Energien fern halten.

"The bundle of dried leaves created a rhythmical scraping sound as the shaman shook it, accompanying the songs, and orchestrating the ceremony. The chakapa is a powerful instrument and helps the shaman moderate the spiritual experiences of the people. "

Die Ayahuasca-Erfahrung ist oftmals keine visuelle, sondern findet bei vielen Menschen eher auf geistig-seelischer Ebene statt. Angeblich machen nur etwa 40% der Beteiligten an Ayahuasca Ritualen visuelle Erfahrungen und können ggf. auch Geräusche und Gerüche "sehen". In diesem Zusammenhang wird immer wieder davon berichtet, dass die Chakapa farbige (bläulich-grüne) Lichtspuren im Raum hinterlässt, die langsam verblassen.

 

Quellen, Links und Vertiefendes:

 

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veröffentlicht am 25.03.2015 von fairmarketing, aktualisiert am 24.09.2015 • bookmark in del.icio.us

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